Feuerwehr Lengede

Unsere Freizeit für ihre Sicherheit

GSG-Gruppe



Das Gefahrgutkonzept des Landkreises Peine

Als Anfang der Neunziger Jahre, nach Öffnung der ehemaligen Innerdeutschen Grenze, das Verkehrsaufkommen auf der BAB 2 rapide zunahm und somit auch die Unfallzahlen stiegen wurden die ersten Stimmen laut was wohl passiert, wenn ein Gefahrguttransporter dort verunglückt. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine entsprechende Ausrüstung im Landkreis. Lediglich die Feuerwehr der Kernstadt Peine verfügte über einige Chemikalienschutzanzüge.

Man stellte fest, das es zwei Möglichkeiten für den Landkreis gab:

1.) Einen Hilfeleistungsvertrag mit den umliegenden Landkreisen abzuschließen und somit die Hilfe der Berufsfeuerwehren der Städte Braunschweig, Salzgitter, Hildesheim und Hannover zu nutzen.

oder

2.) Die Anschaffung eines eigenen Gefahrgutfahrzeuges.

Nach einigen Überlegungen entschied man sich für die zweite Variante, nämlich die Anschaffung eines eigenen Gefahrgutfahrzeuges.

Da so ein Gefahrgutfahrzeug eine recht große Investition ist und neben den Unterhaltungskosten auch entsprechende Mittel für die Ausbildung benötigt werden, entschlossen sich die Gemeinden Edemissen, Hohenhameln, Ilsede, Lahstedt, Lengede, Vechelde und Wendeburg sowie die Stadt Peine, einen Gefahrgutverband zu gründen. 



Der Gefahrgutverband Peine

Die in diesem Verband zusammen geschlossenen Kommunen beschafften zusammen ein Gefahrgutfahrzeug mit entsprechender Ausrüstung. Stationiert ist dieses Fahrzeug in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Peine. Des weiteren muss jede Kommune das Personal für eine Gruppe, die mit dem Fahrzeug arbeiten kann, aus den Reihen ihrer Feuerwehren ausbilden und mit jeweils 8 Chemikalienschutzanzügen (CSA) und 8 Ex-geschützten Handsprechfunkgeräten ausrüsten.

Da sich die Kommunen bei einem Gefahrguteinsatz gegenseitig helfen, stehen bei einem Einsatz rechnerisch über 72 ausgebildete Feuerwehrkameraden zur Verfügung. Diese Kameraden können noch zusätzlich bei Dekontamination- und Messarbeiten vom ABC-Zug des Landkreises unterstützt werden.

Um eine schnelle Ausbildung der Feuerwehrkräfte zu ermöglichen, wird in der FTZ ein Gefahrgutunterweisungslehrgang angeboten. Diese Unterweisung ersetzt nicht den Gefahrgutgrundlehrgang an der Landesfeuerwehrschule und wird dort auch nicht anerkannt.



Die Gefahrgutgruppe Lengede

Allgemein

Die Bezeichnung „Gefahrgutgruppe“ ist leider etwas untertrieben. Als der Gefahrgutverband am 01.07.1997 seine Arbeit aufnahm, bestand die Gruppe aus 30 Kameraden der Gemeindefeuerwehr Lengede. Auf dieser hohen Zahl bestand unser Gemeindebrandmeister. Diese Zahl hat sich als richtig erwiesen, da fast alle Kameraden heute auswärts arbeiten. Außerdem führen Schichtarbeit, Krankheit und Urlaub dazu, das immer ein Teil der Kameraden nicht verfügbar ist. Heute, nach fünf Jahren, hat die Gruppe eine Stärke von 22 Kameraden und setzt sich aus Feuerwehrleuten der Ortsfeuerwehren Broistedt, Klein Lafferde, Lengede sowie Woltwiesche zusammen.


Voraussetzungen und Lehrgänge

5 Kameraden sind als Maschinisten mit Führerscheinklasse (FS) 2 besonders am GwG ausgebildet. Sie sind nicht für den Einsatz unter einem Chemikalienschutzanzug vorgesehen.

Die 17 CSA-Träger haben neben der Atemschutzausbildung alle die Truppführerausbildung. Neben der Gefahrgutunterweisung an der FTZ Peine sollten sie, soweit das möglich ist, den Gefahrgutgrundlehrgang an der Landesfeuerwehrschule (LFS) noch absolvieren. Einige Kameraden haben bereits den Führungslehrgang für Ge-fahrgut sowie die beiden Strahlenschutzlehrgänge an der LFS besucht.

Der Gruppenführer und sein Stellvertreter haben bzw. müssen noch eine Zugführerausbildung absolvieren.


Ausbildungsdienste

Im Jahr sind ca. 10 Ausbildungsdienste vorgesehen. Diese finden Samstag am Feuerwehrgerätehaus Lengede statt, da hier eine Übungsanlage mit einem Gastank sowie einem Rohrsystem aufgebaut ist. An der Übungsanlage kann mit Leck- bzw. Rohrdichtkissen gearbeitet werden oder auch Schieber ausgebaut bzw. gewechselt werden. Hierzu wird der GwG von einem Kameraden der Gefahrgutgruppe mit FS 2 von der FTZ zugeführt. Dadurch erhalten die Kameraden gleich etwas Fahrpraxis.


Alarmübungen und Einsätze

In den letzten Jahren wurden mehrere Alarmübungen im Gemeindegebiet mit anderen Gefahrgutgruppen gefahren. Hierbei wurde auf möglichst realistische Einsätze geachtet. Zum Beispiel wurden verschiedene Szenarien mit Gefahrgutfahrzeugen auf der Straße nachgestellt. Das „Hightlight“ aber war die Kollision eines Pkws auf einem Bahnübergang einer Privatbahn (hiermit sei den Verkehrsbetrieben Peine - Salzgitter (VPS) für die Bereitstellung des Zuges noch mal Dank gesagt) mit einem Kesselwagen.

Den einzigen „scharfen“ Einsatz hatten wir im Anschluss an den 11. September 2001, als wir zu einem ortsansässigen Supermarkt gerufen wurden, da man dort in einem Regal, einen verdächtigen Briefumschlag mit Pulver (Anthrax - Milzbranderreger) gefunden hatte. Zum Glück handelte es sich auch hier nur um einen Trittbrettfahrer und in dem Brief befand sich nur Sand.